| Wenn Holger Münzer im "Kabarett im Atelier" sein Solo-Programm "Frei Schnauze" betitelt, lenkt er auf falsche Fährten. Denn was der Bühnenkomponist und Regisseur zu bieten hat, ist nicht mehr und nicht weniger als literarisch-politisches Cabaret großer europäischer Tradition. Das ist abseits von nostalgischem Lokalmief das kosmopolitische Berlin der zwanziger Jahre. Überdies richtet sich der humane Protest Münzers gegen das spießbürgerliche Kleinkarierte, in welcher Himmelssphäre auch immer. Münzer verfügt über eine breite Skala der Interpretation. Die reicht literarisch vom Altberliner Johannes Trojan über Wedekind und Brecht bis zu manch umstrittenen Zeitkritiker von heute, musikalisch von Kurt Weill und Hanns Eisler bis zu eigenen einfühlsamen Vertonungen berühmter Texte. |
Bei solcher Vielseitigkeit kann Münzer damit jedem etwas geben, am meisten vielleicht der Brecht-Gemeinde. Seit Ernst Busch und Kathe Kühl hat selten ein anderer Interpret über jenen Fanfarenton verfügt wie Münzer, jene klirrende, dennoch exakte Artikulation, die für den bald anklagenden, bald aufbegehrenden Sound von damals unerläßlich ist. Matthias Müller erweist sich wiederum als den aufpeitschenden Rhythmen der Texte sensibel gewachsener Begleiter am Klavier. A. B. Berliner Morgenpost |
| Begeisterten Beifall konnte Holger Münzer am Samstag abend für seine Erich-Kästner-Revue entgegennehmen, mit der er zur Zeit im Spandauer Altstadt-Theater gastiert. "Was nicht in Euren Lesebüchern steht", so der bezeichnende Titel der sehenswerten Aufführung, die schon an verschiedenen Berliner Spielstätten gezeigt wurde und durchgehend große Anerkennung fand.
Die wirkungsvoll pointierte Zeitsatire Kästners - diesem geistvollen Ironiker, der nie müde wurde, gegen Gedankenträgheit und Herzensroheit zu Felde zu ziehen - wird von Holger Münzer hervorragend und mit viel Einfühlungsvermögen interpretiert. Eine große Anzahl der Texte hat er vertont, und seine Kompositionen gehen präzise mit der Lyrik Kästners einher. Zwischen den Liedern und Chansons hört man Berichte, Aphorismen und gesprochene Lyrik, darunter auch weitgehend unbekannte Texte. Münzer begleitet seinen eindringlichen Gesang mit Klavier, Geige, Gitarre, arbeitet aber auch mit einem vorproduzierten Playback. |
Susanne Jahncke, VOLKSBLATT Berlin |
Über die Kästner-Vertonungen von Holger Münzer:
| ...Münzer versteht sein Handwerk, und er versteht seinen Kästner. Die Melodien, die er den Gedichten unterlegt hat, sind präzis zugeschnitten und fast so einprägsam wie die Texte. Sie transportieren den aufklärerischen Inhalt verläßlich...
Kotschenreuther, DER TAGESSPIEGEL Berlin |
...Es schien, als hätte Kästner diese Gedichte dafür geschrieben, daß sie gesungen werden. Wunderbar kamen ihre Knappheit und ihre Pointen heraus...
BERLINER MORGENPOST |
Über die Erich-Fried-Vertonungen von Holger Münzer:
|
zum Liederzyklus "Anpassung der Arten" von Holger Münzer: ...Schöner kann man Gedichte nicht lesen... |
" weblog "
Getrud Schrenk |
Weitere Presse:
Programme
Zum Kanzler-Duell - mit Holger Münzer im Thalia-Theater in Potsdam, Märkische Allgemeine
Dazu Fotos
Zum Kanzlerduell am 25.08.2002 mit Holger Münzer